Ist die Frage nach dem Wesen des Lichts geklärt?

Aufgrund zahlreicher eindeutiger Nachweise der Welleneigenschaften des Lichts könnte man zur Ansicht kommen, dass die Frage nach dem Wesen des Lichts damit eindeutig geklärt sei:

"Licht ist eine Wellenerscheinung."

Diese Ansicht vertrat auch Heinrich Hertz, der Entdecker der elektromagnetischen Wellen, im Jahre 1889. Er beschrieb die Erkenntnis, dass es sich bei Licht um eine Wellenerscheinung handle mit den Worten:

"...wissen wir, dass es eine Wellenbewegung ist. ...wir wissen, dass es Transversalwellen sind; wir kennen ... die geometrischen Verhältnisse der Bewegung vollkommen. An diesen Dingen ist kein Zweifel mehr möglich, eine Widerlegung ... undenkbar. Die Wellentheorie ist ... Gewissheit."

Trotzdem ist damit längst nicht alles geklärt.

Es treten weitere Fragen auf, die mit der Wellentheorie nicht erklärbar sind:

  • Warum sind einige Gegenstände durchsichtig und andere nicht?
  • Warum senden angeregte Gase nur ganz bestimmte charakteristische Lichtfrequenzen (Linienspektren) aus?
  • Warum schadet ultraviolettes Licht der menschlichen Haut, nicht aber sichtbares Licht großer Intensität?

Bei vielen dieser Fragen geht es um die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie.

Während im Kapitel "Wellenoptik" die Ausbreitung von Licht untersucht und erklärt wurde, wird diesem Kapitel u.a. die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie untersucht.

Im ersten Versuch wird dazu eine geladene Zinkplatte mit verschiedenartigem Licht bestrahlt.

Die Durchführung sowie die Erkenntnisse aus diesem Versuch findest Du im nächsten Abschnitt!